Die dunkle Seite
Wer beginnt, Übernamen zu sammeln, merkt schnell, dass es auch eine dunkle Seite gibt.
Dies zeigt sich oft unmittelbar im Gesicht einer angesprochenen Person, wenn man sie mit der Frage: «Wessä sind iär?» konfrontiert – eine Frage, die sichtbares Unbehagen auslösen kann.
Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass ein Übername in der Regel von anderen vergeben wird. Die betroffene Person hat ihn sich meist nicht selbst ausgesucht, sondern akzeptiert ihn allenfalls stillschweigend.
Übernamen, die auf eine Ahnenreihe (z. B. Hansteneler-Sepp) oder auf einen Liegenschaftsnamen (z. B. Balmers) zurückgehen, stehen hier nicht zur Diskussion. Es geht vielmehr um Übernamen, die sich aus bestimmten Eigenschaften einer Person – oder ihrer Vorfahren – herausgebildet haben.
Solche Übernamen reduzieren eine Person häufig auf ein einzelnes Merkmal oder eine bestimmte Eigenschaft. Wenn es sich dabei um körperliche Merkmale, soziale Herkunft oder ein einzelnes Ereignis handelt, kann dies als aufgezwungene Abgrenzung empfunden werden – als Stigmatisierung.
Oft ist das Motiv hinter der Entstehung eines Übernamens nicht auf den ersten Blick erkennbar, prägt aber dennoch das Bild der Person. Die Bandbreite reicht von liebevoller Überzeichnung bis hin zur offenen Beleidigung. Es gibt Übernamen, die blossstellen, verunglimpfen oder ganz gezielt schaden wollen.
Auf dieser Seite werden keine Übernamen veröffentlicht, die von Betroffenen als unpassend empfunden werden.
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