Adermaniger

Herger

Ein Phänomen, das sich immer wiederholt: Vor langer Zeit erhielt ein Grundstück den Namen seiner Besitzer (z. B. Adermann). Jahrhunderte später wurde dieser Liegenschaftsname zum Übernamen für die neuen Bewohner – zur besseren Unterscheidung im Ort. 

Hierbei handelt es sich um die Personennamen Adilmann bzw. Adermann, wobei Ader auf Adohar (Adal-har) zurückgeht. Adel stammt vom althochdeutschen Wort adal für «Geschlecht, Adel» und wurde zu Ad(a) gekürzt. Später wurde Ader mit dem häufigen Personennamen-Glied -man erweitert und schliesslich um das Suffix -i(n)g ergänzt.
(Quelle: Urner Namenbuch – Die Orts- und Flurnamen des Kantons Uri. Band 1, Seite 58, von Albert Hug / Viktor Weibel, Bibliotheksgesellschaft Altdorf 1988–1990).

Die Flüeler Herger-Zweige «ds Adermanigers», «ds Zeissigers»,  und «ds Sädligers», sowie die «Gibel-Linie» stammen alle von der Familie Herger auf dem Bodmi ab, die dort unter dem ursprünglichen Übernamen «ds Bodmigers», bekannt war.


Wo kennt man diesen Übernamen?

Altdorf, Schattdorf, Bürglen, Attinghausen, Seedorf, Flüelen Isenthal, Seelisberg, Bauen, Sisikon

Seit wann kennt man ihn?

ca. 1850

Geschätzte Zeitangabe

Jakob Herger 1866-1931, 1898 ehelichte er Johanna Gerig (1869-1928) von Unterschächen und gilt als Stammvater.

Der Vater von Jakob, Alois 1837-1920, lebte auf dem Bodmi (ab 1912 auf dem Giebel in Flüelen).

Die beiden Onkel von Jabob; Anton 1827-1887 «Bodmi-Toni», verheiratet ab 1851 mit Katharina Gisler (1822-1874) und Heinrich 1833-1886, ab 1862 verheiratet mit Johanna Briker (1831-1880), lebten beide einige Jahrzehnte früher im Adermanig.


Herleitung: Liegenschaft

Adermanig 6454 Flüelen

Hof auf derselben Geländeterrasse wie Butzigried; Geländerippe die eine Art Anhöhe bildet. (Urner Namenbuch – Die Orts- und Flurnamen des Kantons Uri. 1 Band, Seite 58, von Hug Albert / Weibel Viktor, Bibliotheksgesellschaft Altdorf 1988 – 1990)

1792: «ab meinem guth pfafigstein genannt, zu flielen gelegen, stost .. an kaspar hergers adermanig, …».Somit kann davon ausgegangen werden, dass bereits vor «ds Bodmigers» Herger im Besitz des Adermanig waren.(Urner Namenbuch – Die Orts- und Flurnamen des Kantons Uri. 1. Band, Seite 58, von Hug Albert / Weibel Viktor, Bibliotheksgesellschaft Altdorf 1988 – 1990)

Siedlungsgeschichtlich interessant ist, dass drei Höfe die Endung -ig tragen; Adermanig, Zeissig und Ruotzig. Es handelt sich ursprünglich um die Höfe des Adilman, des Zeisso und des Ruoz. (Flüelen, Seite 102, Rudenzverlag, Dr. Alfons Müller-Marzohl, 1965)


Quelle: Buch – Zeitung – Text

Archiv

Autor/-in: Josef Muheim-Büeler
Titel: Güter+Familien v. Unterschächen   Seite: Teil III / Band 2, Seite 392 - 393
Erschienen: Eigenverlag
Datum: 2015
Weitere Quellen:

Urner Namenbuch – Die Orts- und Flurnamen des Kantons Uri. 4 Bände, von Hug Albert / Weibel Viktor, Bibliotheksgesellschaft Altdorf 1988 – 1990
Die Hänsler, Seite 264, von Josef Muheim-Büeler, Selbstverlag, 1981
Flüelen, Rudenzverlag, Dr. Alfons Müller-Marzohl, 1965


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