Vom Besitzernamen zum Liegenschaftsnamen: Wie in vielen Regionen üblich, ging der alte Name des Grundstücks Jahrhunderte später als Übername auf die neuen Bewohner über, um Verwechslungen im Ort zu vermeiden.
Es handelt sich hierbei um einen Personennamen althochdeutsch Zeizzo später Zeisso u.ä. Später wurde das Sufix -i(n)g angehängt.
(Urner Namenbuch – Die Orts- und Flurnamen des Kantons Uri. 3. Band, Seite 1044/1045, von Hug Albert / Weibel Viktor, Bibliotheksgesellschaft Altdorf 1988 – 1990).
Die Flüeler Herger-Zweige «ds Adermanigers», «ds Zeissigers», und «ds Sädligers», sowie die «Gibel-Linie» stammen alle von der Familie Herger auf dem Bodmi ab, die dort unter dem ursprünglichen Übernamen «ds Bodmigers», bekannt war.
Wo kennt man diesen Übernamen?
Seit wann kennt man ihn?
ca. 1925
Karl Herger 1897-1971, 1923 ehelichte er Josefa Ziegler (1902-2002) und gilt als Stammvater.
Es kann davon ausgegangen werden, dass 1923 der Ursprung dieses Übernamens ist, da man zu jener Zeit in einer Ehe auch einen eigenen Hausstand aufbaute.
Herleitung: Liegenschaft
Kleiner Hof auf einem felsigen Egg oberhalb des Gruonbachs; von Wald umgeben.
Achtung: Es gibt eine 2. Deutung des Flurnamens «Zeissig». 1477 war die Rede von «ab ziesegh» mit Endung -egg. Dann wäre «zeiz» als alt-/mittelhochdeutsch anzusetzen, was «zart, angenehm, anmutig, lieb» bedeutet, somit «schön gelegens Egg». Wofür die Lage sprechen würde….(Urner Namenbuch – Die Orts- und Flurnamen des Kantons Uri. 3. Band, Seite 1045, von Hug Albert / Weibel Viktor, Bibliotheksgesellschaft Altdorf 1988 – 1990)
1765/1788: War die Rede einer abgegangen Burg die auf dem Zeissig stand, auf der die Edlen; Im Wyler, dann die Jmhof von Blumenfeld und danach die von Zeissig, ihren Sitz hatten.(Urner Namenbuch – Die Orts- und Flurnamen des Kantons Uri. 3. Band, Seite 1044, von Hug Albert / Weibel Viktor, Bibliotheksgesellschaft Altdorf 1988 – 1990)
Sicher ist, das Zeissig war Teil des alten Axenweges wo Säumer von der Langmatt, Ruotzig, Zeissig und Gibel auf den Axen stiegen. (Flüelen, Seite 93, Rudenzverlag, Dr. Alfons Müller-Marzohl, 1965)
Siedlungsgeschichtlich interessant ist, dass drei Höfe die Endung -ig tragen; Adermanig, Zeissig und Ruotzig. Es handelt sich ursprünglich um die Höfe des Adilman, des Zeisso und des Ruoz.(Flüelen, Seite 102, Rudenzverlag, Dr. Alfons Müller-Marzohl, 1965)
Quelle: Buch – Zeitung – Text
Urner Namenbuch – Die Orts- und Flurnamen des Kantons Uri 4 Bände, von Hug Albert / Weibel Viktor, Bibliotheksgesellschaft Altdorf 1988 – 1990
Die Hänsler, Seite 264, von Josef Muheim-Büeler, Selbstverlag, 1981
Flüelen, Rudenzverlag, Dr. Alfons Müller-Marzohl, 1965
Urner Übernamen, Damian Furrer, BM-Arbeit, BBZW Sursee, 2012
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