Tyfelisieder
Gemeinde: Andermatt
Quelle: Müller Josef, Sagen aus Uri, Schweiz. Gesellschaft für Volkskunde, Basel, 1926
Sagen-Nummer:
361 a
Bemerkungen: Es hatte einer immer zu wenig Geld. Da sah er einst Molche im Wasser mit den gelben Bäuchen. Da sagte er zu seiner Frau: «Du musst keine Not leiden. Ich gehe jetzt ins Meer (eine sumpfige Stelle bei Andermatt) hinaus und hole einen Haufen Molche. Die werde ich dann sieden, und dann kann ich den Goldschaum davon abschöpfen mit einer Kelle, dann können wir schon Geld daraus machen. Jetzt war das gut, er stellte die Molche in einen Kessel über das Feuer und heizte wie ein Satan. Als nun die Wärme kam, streckten die Molche die Hörnchen heraus; er aber monte, es seien lauter schwarze Teufelchen und wollen ihn nehmen, und lief davon. Seitdem nannte man ihn den Tyfelisieder; und noch heute heissen seine Nachkommen im obern Reusstal ds Tyfelisieders.»